EVAG-Fundbüro: Alfred geht im Bus verloren – und jetzt?

0

Ach du Schreck, der Hund ist weg! Dabei saß Alfred doch die ganze Fahrt neben mir und nun habe ich ihn im Bus verloren! Hilfe – was soll ich nur tun?

Immer wieder passiert unseren Fahrgästen genau das, was mir heute passiert ist: Sie vergessen ihre Dinge in unseren Fahrzeugen. Sei es zum Beispiel die Sporttasche, das Portemonnaie, das Smartphone oder eben ein geliebtes Kuscheltier. Da fließen auch schon einmal ein paar Tränen. Aber ganz wichtig ist: Ruhe bewahren! Denn die Chance, das vermisste Teil wiederzubekommen, ist ziemlich groß:  in unserem EVAG-Fundbüro.

Und wie kommt Alfred dort hin? Zum Glück gibt es einen aufmerksamen Fahrgast, der Alfred zum Busfahrer nach vorne bringt. Zusätzlich machen unsere Fahrer an jeder Endhaltestelle eine Fundsachenkontrolle, indem sie durch das Fahrzeug gehen. Sobald Alfred beim Fahrer ist, füllt dieser eine Fundkarte aus und meldet meinen kleinen Stoffhund bei unserer Leitstelle. Während der weiteren Fahrt verweilt Alfred direkt beim Fahrer. Am Ende seines Dienstes übergibt dieser den kleinen Hund auf dem Betriebshof dem  Disponenten. Am nächsten Morgen nimmt die hausinterne Post alle Fundsachen mit und bringt sie ins EVAG-Fundbüro im KundenCenter am Berliner Platz.

Bei sehr wertvollen Fundsachen oder hohen Geldbeträgen kann der Fahrer immer einen unserer Funkwagen bestellen, welcher es einsammelt und direkt zum Fundbüro bringt.

Beispiel: Vor einigen Wochen ließ ein Fahrgast 20.000 € im Fahrzeug liegen, da er sich ein Auto in bar kaufen wollte. Als er seinen Verlust bemerkte, rief er sofort in der EVAG-Leitstelle an. Ein ehrlicher Finder hatte das Geld beim Fahrer abgegeben. Die Leitstelle machte einen Linienruf und der Fahrer meldete, dass der Funkwagen den Betrag bereits abgeholt hatte. So konnte dem in Tränen aufgelösten Fahrgast das Geld kurz darauf zurückgeben werden.

Sobald Alfred im Fundbüro angekommen ist, wird er zusammen mit den anderen Fundsachen katalogisiert und aufbewahrt. Daher kann ich ihn schon einen Tag nach dem Verlust im KundenCenter abholen. Nachdem ich Alfred der Mitarbeiterin im KundenCenter ganz genau beschrieben habe, muss ich meinen Personalausweis vorlegen und einen Abholschein ausfüllen. Dann erhalte ich meinen lieben Alfred zurück und verlasse glücklich das KundenCenter.

Übrigens: Längst nicht alles wird abgeholt! Von den ca. 11.000 Fundsachen im Jahr 2016 wurden nur ca. 3.500 abgeholt. Und was passiert mit dem Rest? Einmal im Jahr gibt es eine Fundsachenversteigerung, bei welcher gut erhaltene Sachen unter den Hammer kommen. Der Rest wird vernichtet. Das eingenommene Geld kommt der Wilhelm Kern – Stiftung e.V. zu.

Zum Schluss noch ein paar Fundsachen-Anekdoten – die jedoch nicht abgeholt wurden: eine Unterschenkelprothese mit Schuh, ein Rollstuhl, ein Blindenstock, mehrere Gebisse, eine Handtasche mit „Spielzeug“ für Erwachsene und die aufblasbare „Uschi“.

Hinterlassen Sie eine Nachricht